2 Minuten Berlin


Der Ton macht den 1.Mai.
April 30, 2010, 9:32 pm
Filed under: Uncategorized | Schlagwörter: , , , , , , ,

Heute war das erste Mal seit langem, dass ich mich in Berlin bedroht gefühlt habe, das letzte Mal war an Silvester vor 2 Jahren als Berlin-Moabit-Prolls mit Pistolen Böller durch die Luft schossen.
Auf dem Weg zum Fitnessstudio vorhin ist die S-Bahn ausgefallen, weil auf der Strecke ein Polizeieinsatz stattfand. Richtig schlimm fand ich es jetzt nicht, dass ich ein paar Minuten auf die nächste Bahn warten musste, aber unangenehm war die Atmosphäre dann an der Schönhauser Allee, wo man von beim Aussteigen von schwerbewaffneten Polizisten im 1.-Mai-Einsatz begrüßt wurde. Wieder auf dem Weg nach Hause, ein paar Straßen von den Demonstranten entfernt, bekommt man von denen nichts mit. Die Balkontüren stehen offen, Menschen schlürfen Cocktails auf Plastikstühlen, Zweiraumwohnung-Lieder schallen aus den Wohnzimmern, während in der Bornholmer Straße mit Sicherheit ein ganz anderer Ton herrscht.

Advertisements


Bierpinselei
April 29, 2010, 10:53 pm
Filed under: Uncategorized | Schlagwörter: , , , , ,

Jaaaaa, ich weiß ich weiß ich weiß. Zu spät. Viel zu spät. Ich stelle mich in eine Ecke und schäme mich zutiefst. Aber auch ich gehe neben dem Studium, Arbeit und dem Pendeln mal abends weg und stürze mich ins bunte Berlinleben. Und heute war es wirklich bunt, bunt im Bierpinsel, einem futuristischen Gebäude in Popartarchitektur in der Nähe von Rathaus Steglitz. In der Ferne sieht man winzigklein den Fernsehturm und es irritiert einen fast, weil man sich in dem Bierpinselding selbst wie im Fernsehturm fühlt. Wenn man mit dem Aufzug herunter fährt, sagt die Aufzugstimme „Vielen Dank für Ihren Besuch.“ Bitte Bierpinsel.



Berliner Schulenvielfalt
April 28, 2010, 10:04 pm
Filed under: Uncategorized | Schlagwörter: , , , , ,

Ich habe mir den Berliner Schulführer gekauft, in dem öffentliche und private Berliner Schulen gelistet sind. Meine Güte, wenn ich lese, was für Schulen es hier so gibt, könnte ich mir ja fast vorstellen, wieder selbst Schülerin zu sein. Musisch-Künstlerische Schulen, sportorientierte und gesundheitsbewusste Schulen, Ballett- und Artistikschulen, Waldorfschulen, Kreativitätsschulen, Schulen mit Schwerpunkt Leseförderung oder Hochbegabtenförderung und und und… also ich muss schon sagen: vielleicht war ich einfach zur falschen Zeit Schülerin bzw. am falschen Ort. Ok, ich wäre nicht gerne Schülerin einer Montessori- oder reformpädagogischen Schule gewesen, aber auf Noten hätte ich gut und gerne verzichtet.



Zwei Mal die Woche Kulturschock, bitte.
April 27, 2010, 9:59 pm
Filed under: Uncategorized | Schlagwörter: , , , , , , , , ,

Im Moment habe ich das Gefühl, jede Woche zwei Kulturschocks zu erleiden. Wenn ich in Mainz bin, kommt mir alles so leer, so ruhig und mittlerweile schon fremd vor, wenn ich in Berlin bin, sind mir die Rolltreppen und Ringbahnen zu voll, alles insgesamt manchmal zu turbulent. Echt seltsam, wie sich die Wahrnehmung von einer Stadt verändern kann. Früher fand ich den Sternverkehr in Mainz immer toll, weil man dann nachts immer noch den Bus bekommen hat, mittlerweile find ichs nervig, schon um 22 Uhr wie heute über 15 Minuten auf den Bus zu warten und überhaupt… dass eine Stadt den Sternverkehr braucht . Morgen ist wieder Großstadtkulturschock angesagt.



Geisterfahrt durch Berlin.
April 25, 2010, 10:56 pm
Filed under: Uncategorized | Schlagwörter: , , , , , , ,

Zum ersten Mal fahre ich nachts in Berlin los. Bis eben war ich noch alleine im Abteil, nun hat sich eine Frau zu mir gesellt. Wahrscheinlich geb ich ihr Sicherheit, haha. Irgendwo im Zug fahren außerdem einige Bundeswehrsoldaten mit. Es ist seltsam, draußen nur schwarz zu sehen und die Durchsage „Guten abend, meine Damen und Herren…“ des Zugschaffners zu hören. Eigentlich müsste es ja „Gute Nacht meine Damen und Herren heißen“. Irgendwie ist so eine Geisterfahrt unheimlich. Leere Bahnsteige. Ich bin gespannt, ob ich schlafen werde. Gute Nacht!



Draußen vor dem Fenster.
April 25, 2010, 9:27 pm
Filed under: Uncategorized | Schlagwörter: , , , , , ,

Ein Auto fährt in Schritttempo die Straße entlang. Ein Paar steht  mit Salatschüssel und Kuchenplatte vor der Haustür. Aus einigen Fenstern leuchtet Licht, aus anderen Fernsehstrahlen. Ganz viele haben keine Gardinen. Meine Sachen sind gepackt. Ich will nicht wieder weg. Es kommt mir vor, als ob ich gestern erst in Berlin angekommen bin. Heute ist die Ausnahme des Ausnahmelebens. Heute fahre ich mit dem Nachtzug. Ich will einfach nur in meinem Bett schlafen und wenn ich aufwache, wieder auf diese Straße schauen.



Fußballruhe
April 24, 2010, 2:43 pm
Filed under: Uncategorized | Schlagwörter: , , , , , , ,

Ich sitze in einer Sportsbar in der Husemannstraße, um Fußball live zu schauen. Es sind zwar unerwartet viele Besucher da, aber trotzdem ist es so ruhig, dass alle sich umdrehen, als ich zur Begrüßung das Bierglas meines Freundes umstoße. Das Publikum besteht überwiegend aus Männern, ich bin  eine Ausnahme hier. Als Bayern ein (Abseits-)Tor schießt, jubelt ein einziger Mann in der hinteren Sitzreihe. Es ist das erste Mal, dass ich Fußball in einem Pub schaue, aber irgendwie habe ich es mir anders vorgestellt.