2 Minuten Berlin


Fanmeilenambiente
Juni 27, 2010, 6:41 pm
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Deutschland-Spiel mal wieder in der DB Lounge, diesmal allerdings am Berliner HBF und nicht in Frankfurt. Ein im wortwörtlichen Sinne meilenweiter Unterschied, wenige hundert Meter von uns entfernt die überfüllte Fanmeile, zu der ununterbrochen in Fahnen eingewickelte Fans hineilen. Ein spannendes Fußballspiel, nur immer wieder abgelenkt durch Einströmende, die entweder nicht wissen, dass die Lounge den Bahn-comfort – Kunden vorbehalten ist oder die es eben einfach mal probieren, Zugang zu den wertvollen Bildschirmen zu bekommen. Die Lounge ist heute hochkarätig mit Bahnpersonal besetzt, das mit einem Auge gespannt nach Südafrika und mit dem anderen immer mal wieder auf die vorgehaltenen Bahncards schielt. Als das Spiel zu Ende ist, kehren die Fanmeilenfans zurück  und veranstalten schreiende Sitzrunden, die mich irgendwie wohl oder übel an andere Zeiten erinnern. Unser Glück, dass uns 10 Minuten später der ICE-Sprinter sicher in die Ferne bringt.



Wind of change.
Juni 26, 2010, 10:51 pm
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Anfang März wurde eine Idee geboren. Nämlich die, jeden Tag 2 Minuten über Berlin zu schreiben. Bis heute habe ich seit dem 6. März 110 2-Minuten-Texte veröffentlicht und bin einen Text im Rückstand, weil ich im Nachtzug zu müde war, um meinen Laptop auszupacken und hochzufahren. Eine gute Bilanz wie ich finde. Für mich sowieso. Von Bahnfahrtgeschichten über Alltagsbeobachtungen in den Berliner Straßen über Veranstaltungsberichte und Sparschweinopfer habe ich bisher jeden Tag Zeilen über mein Leben als Neu-Berlinerin und Deutschland-Pendlerin geschrieben. Und es hat mir fast jeden Tag sehr viel Freude gemacht. Nun merke ich, dass mir langsam aber sicher etwas die Themen ausgehen und damit die Spontanität, welche die 2-Minuten-Texte auszeichnen soll, verloren geht. Deswegen wird es ab sofort keine täglichen 2 Minuten geben, sondern einfach, wenn mir danach ist. Ich hoffe, dass die bekennenden und heimlichen Leser von „2 Minuten Berlin“ mir auch in Zukunft treu bleiben. Übrigens freue ich mich besonders über Kommentare unter den Texten. Und ja, das waren jetzt mehr als 2 Minuten.



Bahnfahren mit D!-Drill
Juni 25, 2010, 1:44 pm
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Ich schlage „punkt3″auf (die Kundenzeitung der S-Bahn und DB Regio Berlin/Brandenburg): „Die Chance nutzen im S-Bahn-Tanzcamp“ und gemeinsam mit Detlef D! Soost vom großen Auftritt träumen. Ich stelle mir Dee in der S-Bahn-vor. Und die Nachwuchstänzer, beziehungsweise die, die es werden wollen. „Bäm…bääääääääm….bääääm….hier gibts kein Aufgeben!“ Dee hat eine Trillerpfeife im Mund und schmeißt jeden raus, der nicht nach seiner Pfeife tanzt. Ich stelle mir vor, wie die Teenies Rotz und Wasser heulend irgendwo in Brandenburg sitzen (D! schreit ihnen „Wein ruhig, man muss Emotionen zeigen können!“ nach) und nicht wissen, wie sie heimkommen. Handynetz gibts hier natürlich keins. „Ich wollte doch schon immer Tänzerin werden und jetzt ist mein größter  Traum zerplatzt wie eine Seifenblase.“  Bäm…bääääääääm….bääääm.



Nachtzügler.
Juni 24, 2010, 12:01 pm
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Das ist der fehlende 2-Minuten-Text für gestern. Nachdem die DB-Lounge in Frankfurt pünktlich um 22 Uhr ihre wertgeschätzten Kunden rausschmeißt und wir den letzten Teil des Deutschlandspiels auf dem Vorplatz angucken dürfen, steigen wir drei Stunden und viele ekelhafte Fußballfans später in den Nachtzug Richtung Berlin. Eine Stunde lang müssen wir ein schnarchendes Ungeheuer auf dem Platz vor uns ertragen, bis wir glücklicherweise andere Liegesitze einnehmen können. Die nächste Nachtfahrt wird bestimmt nicht mehr ohne Ohropax gemacht. Wir wachen mit schmerzenden Schultern und Knien auf. Ein herrlich warmer Sommermorgen empfängt uns in Berlin. Auf dem Heimweg laufen wir Schulkindern hinterher, denen die erste Stunde bevorsteht.



Der Traum vom Drucken.
Juni 22, 2010, 10:55 am
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Es ist vollbracht: Endlich habe ich einen Drucker. Sogar mit Fax. Ich fühle mich befreit, erlöst und erleichtert. Ich packe den Drucker voller Vorfreude aus, schließe ihn an, setze die Tintenpatronen ein und nehme die Software-Installation in Angriff. Als nächstes soll das Drucker-USB-Kabel an den PC angeschlossen werden. Ich suche und suche. Aber nichts. Kein Kabel.Ich recherchiere im Internet, finde einige Einträge zum Thema „Drucker ohne Kabel“. Erstmal aus der Traum vom Drucken. Mir fällt glücklicherweise ein, dass sich auf der Straßenseite gegenüber ein Druckerladen befindet. Ich betrete ihn, frage nach dem Kabel und sehe vor meinem Auge schon das erste gedruckte Blatt. „Es reicht Ihnen, wenn auf der Rechnung Barzahlung drauf steht oder?“ fragt die Verkäuferin. Ich nicke, brauche für die 7€ eigentlich keine Rechnung und will einfach nur das gottverdammte Kabel. Die Verkäuferin tippt. Und tippt. Und tippt. Und tippt. Und tippt immernoch. Irgendwann kommt die Rechnung aus ihrem Drucker.
Ich atme auf, nehme das Kabel in Empfang, trete aus dem Laden und bin mir sicher: Druckern liegt nur deswegen kein Kabel bei, damit ein paar Menschen auf dieser Welt etwas zu tun haben.



Soundzwang.
Juni 21, 2010, 7:16 pm
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Ich sitze mit meinen Riesenkopfhörern im Wohnzimmer und höre so laut es geht Mr Jones von den Counting Crows, weil draußen vor unserer Haustür heute irgendein Alternativkonzert stattfindet, die Musik mir nicht gefällt und es nicht den Anschein macht, als ob es bald zu Ende ist. Fußball-WM-Spiel können wir kaum schauen, weil man durch das ständige Gekreische abgelenkt ist und es vor allem einfach keinen Spaß macht. Vor einer Woche wurde uns ein Zettel mit der Info in die Hand gedrückt, dass diese Veranstaltung stattfindet und genehmigt wurde. Ich frage mich, welcher Idiot dieses Konzert unter der Woche erlaubt.Ich würde gerne etwas Produktives tun, aber das geht nicht, weil ich von der lauten Musik über meine Kopfhörer abgelenkt bin. Mr. Jones…



Viel Lärm um laut.
Juni 21, 2010, 12:02 am
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Sie ist buchstäblich in aller Munde. Die Vuvuzela. Gestern in der S-Bahn hat eine die ganze Zeit rumegtrötet und dabei verschämt auf den Boden geschaut. Die anderen Fahrgäste haben so getan, als ob sie nichts hören würden. Insgesamt höre ich aber nur ganz selten hier dieses schiffshornähnliche Tröten. Berlin will die Vuvuzela jetzt vielleicht verbieten lassen. Bei einigen Public Viewings müssen sie schon jetzt zu Hause bleiben. Eigentlich wollte ich keinen einzigen Satz über dieses Ding schreiben, weil es mich so genervt hat, dass wirklich jeder was dazu zu sagen und vor allem zu schreiben hat. So ist das eben manchmal mit Dingen, über die man nicht schreiben will. Man kann sich einfach nicht wehren.