2 Minuten Berlin


Ein Fall für Freud (oder: Sitzung in der Kastanienallee)

Wir sitzen bei Ipanema, Latte und Apfelsaft in der Kastanienallee und reden über „Mahler auf der Couch“, den wir gerade im Kino geschaut haben. Ein junger Weltfremder gesellt sich zu uns an den Tisch und fragt, ob wir Interesse an einer Zeitung hätten. Wir machen ihm schnell klar, dass kein Interesse besteht, aber er lässt nicht so schnell locker. Ich frage mich, ob er Zeitungen oder die Bibel verkauft. Am Nachbartisch ein Dreiergespann, das wohl Feierabend nach der Arbeit im Tätowierstudio hat und so laut lacht, dass unsere Gläser auf dem Biertisch wackeln. „Bombenstimmung hier“ sagt meine Mainzer Freundin. Hinter mir hören wir plötzlich ein Reißen, etwas fällt zu Boden, wir drehen uns um und sehen auf dem Asphalt ein Plakat liegen. Wir brauchen einen Moment, um zu begreifen, dass das Plakat aber nicht einfach so zu Boden gefallen ist. Ein hochgewachsener Mann, der nun zielstrebig die Straße weiterläuft, hatte wohl was gegen das Plakat, welches auf einem Stromkasten klebte. „Summer Vibes Festival“ ist darauf zu lesen. „Wohl eine neue Art der Therapie“ sagt ein Herr am Nachbartisch.

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