2 Minuten Berlin


Vielleicht sind Bundesbank und Sarrazin einfach nur eine Erfindung.

Vor kurzem musste ich zur Deutschen Bundesbank. Ganz wichtige Geschäfte erledigen. Nein, nicht wirklich.
Sondern nur sehr viel Kleingeld wechseln. Was in Mainz ganz einfach an einem Münzzählautomaten geht, ist in Berlin eine Reise wert, zumindestens wenn die Hausbank ihren ersten Wohnsitz woanders hat. Als ich vor der U-Bahn-Station stehe, sehe ich hinter bunten Fahnen die Deutsche Bank in die Höhe ragen, aber die Deutsche Bundesbank kann ich nicht entdecken. Zwischen Ernst-Reuter-Platz und der Deutschen Oper soll diese sich befinden. Aber sie befindet sich eher zwischen Asia-Trödelmärkten, dem Einstein-Café und Appleshops. Ich laufe die Schillerstraße rauf und runter (Schilder lesen hilft nicht weiter), bis ich zwanzig Minuten später auf der richtigen Straße stehe. Ich will auf meinem Zettelchen nach der richtigen Hausnummer schauen und lese dabei zufälliger- und dummerweise etwas spät die Öffnungszeiten. 9 – 13 Uhr. Mist. Es ist 16.30. Zumindestens nicht knapp zu spät. Ich gehe wieder zurück zur U-Bahn-Station. Mein riesen Münzgeldbeutel liegt schwer in der Tasche. Welches nun das Bundesbank-Gebäude war, weiß ich immernoch nicht genau.



Chinashow.
September 11, 2010, 3:11 pm
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So gutgläubig wie ich bin, dachte ich doch tatsächlich, dass die Chinesen am S-Bahnhof den ganzen Tag lang auf Blumenkäufer warten.
Bis ich letzte Woche Zeugin eines Polizeieinsatzes wurde, bei dem vier Polizisten einem Kerlchen hinterherliefen und ihn mit den Worten „Ganz ruhig bleiben!“ an die Wand drückten. Eine fünfte Polizistin griff sich die Kaisers-Plastiktüte, welche kerlchenseelenallein am Treppengelände hing.
Zu Hause angekommen musste mein Freund mich dann erstmal aufklären, dass es da um ganz andere Geschäfte als Blumen geht.
Heute dann der Beweis: Ich laufe die Treppen zur Wartehalle hoch, vor der sich eine kleine Traube um das Kerlchen von letzter Woche gebildet hat. Alles geht ziemlich schnell. Ein Typ mit Babyspeck über der tiefhängenden Jeans steckt eine Stange Zigaretten unter sein blau-ausgewaschenes, zu kurzes T-Shirt und läuft eilig davon. Es fällt bestimmt niemandem auf, dass sich die Stange unter seinem T-Shirt befindet. Er steigt in einen Kombi ein, in dem schon sein Beifahrer wartet und vor sich hingrinst. Ich muss auch grinsen, den ganzen Weg bis nach Hause.