2 Minuten Berlin


Raumschiff Arbeitsamt

Zum ersten Mal seit ungefähr 10 Jahren wieder beim Arbeitsamt. Diesmal in Berlin Pankow. Früher gab es mal im Berufsinformationszentrum Mappen mit Berufsbeschreibungen. Ich betrete das „Selbstinformationszentrum“, mit mir eine Frau im Raum, die immer mal wieder Seufzer und Selbstgespräche ausstößt. 10 Minuten später bin ich alleine. Und das für ungefähr 1 1/2 Stunden
Der Berufswahltest ist zu einer Art Lernsoftware für Kinder und Jugendliche geworden.  Technische Fähigkeiten, Mathematisches Denken, Teamfähigkeit und einiges mehr  kann man damit prüfen lassen. Am Ende ist man den passenden Berufen mit dem Raumschiff näher gekommen. Bestattungsunternehmerin, Drogistin, aber auch Buchhändlerin und Fotografin sind dabei. Nach diesem Berufstest will ich doch lieber Astronautin werden.

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Berlin, die Woche und der Rest.
Mai 5, 2011, 8:39 pm
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Dance Moves. Simple Aerobic. Jobbörsen. Bewerbungen. Bewerbungen. Bewerbungen. Malen. Zeichnen. Hörbucher. Freiberuflich. Ja, als was denn eigentlich. Der Bundestag ist seit neuestem abgesperrt. Naja, eigentlich schon seit 2 Monaten. Dance Moves. Simple Aerobic.25. Oh mein Gott ich werd alt. Tour durch Berlin. S-Bahn-Assis gratis. Rechnungen schreiben ist ätzend? Find ich gar nicht. 2 Modelflauten. Malen. Zeichnen. Im Grundkurs eine Architektin, die nicht zeichnen kann. Morgen quer durch Deutschland. Viel Zeit für Punkt, Punkt, Komma, Strich…und fertig ist der Wochenbericht.



Zu Besuch bei Pocher und Co.
April 18, 2011, 8:29 pm
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Ich betrete das Fabrikgebäude. Ungutes Gefühl. Vier Stockwerke nach oben, ein dunkles Treppenhaus mit unverputzten Treppen, kein Lichtschalter. Der 20-jährige „Team Assistent“ begrüßt mich. Baggyjeans, rot-tannengrün-karierte Unterhose, hochgegelte Haare, alles was dazugehört. Kurzes Gespräch, dann an die Arbeit. Ein Großraumbüro, Tischkante an Tischkante, Plastikstuhl an Plastikstuhl, beim Blick aus dem Fenster nichts als mausgraue Wände.
Im Büro zwei Bereiche: auf der einen Seite das Jugendmagazin, für das ich heute arbeite, auf der anderen ein bekanntes deutsches Promiklatschblatt. Die Prominews werden durch den Raum gebrüllt. Hast du schon gehört, der Schreyl ist schwul!
Alle zwei Minuten rennt jemand zu einem Termin außer Haus. Erwartet wird bei meiner Stelle „Hoher Arbeitseinsatz und die Bereitschaft für DIE Story auch ausserhalb der normalen Arbeitszeiten aktiv zu sein“. Also Arbeitszeit 10 bis 19 Uhr plus DIE Story. Ich stelle mir Samstagabende mit Oliver Pocher, Hella von Sinnen und Nena vor. Um 18 Uhr kann ich die Fabrik verlassen, habe meine vier Probeartikel geschrieben. Der Redakteur war begeistert. Wahrscheinlich hätte ich ihm genausogut ein Käsekuchenrezept vorlegen können.



Mainstreamhippies im Mauerpark

Wohin das Auge reicht, Pluderhose, Stirnbänder, Batikshirts und…sehr viele Atomkraft, nein danke-Buttons. Abflussrohr-Musiker, Menschen in rosa-Kaninchen-Plüschkostüm, bannermalende Rebellen und dazwischen ein paar glotzende Neukölln-Verirrte. Mittendrin alternative Bands, deren Bandleader aussehen wie Sebastian aus dem Schulchor.
Würstchenrauch und Schneidersitz, wenig Wiese frei im Mauerpark. Auf der rechten Seite Flohmarkt, auf der linken in der Max-Schmeling-Halle letzter Tag der Turn-EM. Wohnwagen fehlen und echte Lockerheit auch. Schnell durch die Massen schlängeln und aufpassen, kein Iphone auf Picknickdecke zu zertreten. In meiner Gedankenblase unser Balkon zum Hinterhof und originale Coca Cola.



MalPause am Kotti.
April 2, 2011, 11:24 am
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Stille im Atelier. Es riecht nach allen Farben. Die anderen sind zum Mittagessen weg. Ich liebe diese Ruhe, male ab und an noch ein paar Pinselstriche. Buchdruckerei Otto Schneider steht am Schild an der Tür. Ich fühle mich wie in der Gutenberg-Druckerei in Mainz. Überall Druckwalzen, Setzkästen und Lettern. Zeichen einer vergangenen Zeit. Am Fenster eine Leine, an der bedruckte Kalenderblätter an Wäscheklammern hängen. Auf den Tischen verschiedenste Tuben, Pinsel, Joghurtbecher und unfertige Bilder. Gleich kommen die anderen zurück, werden den Trubel vom Kottbusser Tor mitbringen.  Noch ein paar Minuten Terpentingeruch für mich alleine.



Willkommen zurück in Berlin.
April 1, 2011, 1:35 pm
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Der erste 2-Minuten-Text diesen Frühling. Das erste Mal Fensterputzen. Papierkram ausmisten. Der erste VHS-Kurs meines Lebens. Zum ersten Mal rausgehen ohne schlechtes Gewissen. Die ersten Sonnenstrahlen genießen. Zum ersten Mal seit Monaten zum Sport gehen, aus dem Fenster schauen, sich über die Helligkeit draußen freuen und mit dem Tag anfangen, was man will. Nachher vielleicht spazieren im Treptower Park. Eine kühle Cola trinken, auf die Spree schauen und Max Frisch lesen.



Purpurabend.
März 3, 2011, 11:37 pm
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Der Fernsehturm und die Fahnen in der Landsbergerallee verschwinden im Purpurrosa des Abendhimmels. Ich bereue es, keine Kamera dabei zu haben.
Von der Brücke aus schaue ich auf die Gleise des S-Bahnhofs. Das Piepen der S-Bahn ertönt, schnell springen noch ein paar Feierabendfahrgäste hinein.
Ich beeile mich nicht, versuche mir etwas Ruhe anzugewöhnen. Freue mich, wieder in Berlin zu sein, gleichzeitig bin ich etwas wehmütig, die 5.Jahrezeit zum ersten Mal seit vielen Jahren nicht in Mainz zu verbringen.
Langsam verwandelt sich der Purpurhimmel zum Nachtblau, die Laternen erwachen, in der Ferne die Plattenbausilhouetten. Ich gehe langsam die Treppe zum Gleis hinunter, höre die S-Bahn und fange an zu rennen.