2 Minuten Berlin


Ostkreuzzeit.

Als Schülerin habe ich davon geträumt, am Lette-Verein oder der Ostkreuzschule Fotografie zu studieren. Jetzt sitze ich hier, im Klassenraum der Ostkreuzschule in Berlin-Weißensee und lasse mich zur Bildredakteurin ausbilden. Es ist ein Ort aus vergangener Zeit, ein Hinterhof, in dem man die Kirche von gegenüber läuten und die Vögel zwitschern hört. Ich liebe es, in den Ecken alte Diaprojektoren und Boxen voller Schwarz-Weiß-Negative zu sehen, in den Regalen dicke, staubige Bildbände von Magnum & Co. Zum ersten Mal bin ich ganz in Berlin.



Vor lauter iPhones & Co.

Ich steige in die S-Bahn Richtung Hauptbahnhof ein, bin auf dem Weg zum O2-Shop. Eigentlich ist es nur eine Station, aber ich bin erschöpft (5 Stunden Scannen macht müde) und lasse mich auf einen Sitz fallen. Samsung Galaxy SII oder doch das Samsung Galaxy Nexus? Seit Tagen beschäftigt mich die Frage, welches Smartphone es sein soll. Vielleicht doch das Nexus trotz 5-Megapixel-Kamera? Oder lieber das Galaxy SII, was überall hochgelobt wird? Oder doch das iPhone? Oder ein ganz anderes??? Wie wäre es mit dem HTC? Viel zu viel Auswahl. Anscheinend beschäftigt nicht nur mich das Thema Smartphone. Zwei Plätze neben mir höre ich dumpf jemanden telefonieren: „…hat eine 8-Megapixel-Kamera. Das ist schon cool, wenn man Smartphone und Digitalkamera in einem kauft.
Ich wüsste gerne, über welches Modell er gerade spricht, vielleicht könnte er mir einen Rat geben.
Plötzlich werde ich aus meinen Gedanken gerissen, sehe aus den Augenwinkeln, wie der Telefonierer sich zu mir rüber beugt. „Schatz???“



Zu Besuch im Sternenhimmel.
August 27, 2011, 10:36 pm
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Sterne soweit das Auge reicht. Ab und an eine flinke Schnuppe. Großer Bär und großer Wagen. Ein weißer Schleier. Funkeln immerzu. Mondgesicht mit Fleckenwangen. Die Stille spricht mit mir. Augen schließen, Nacht einatmen, die Welt bewundern. Bach, Vivaldi und John Williams. Sternensinfonie.
Goethe, Bachmann, Heinrich Heine. Galaxienfantasien.
Vor meinem inneren Auge eine Dorfszene, ich glaube, aus Die Schöne und das Biest. Warum, keine Ahnung.
Augen auf, Tasche schnappen, Melancholie einpacken und noch einmal in die Kuppel schauen, die nun nichts mehr anderes ist als das Dach des Planetariums.



Querbeet in zwei Minuten
Juli 24, 2011, 2:58 pm
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Zum ersten Mal Energydrink, Fritz Cola Melone, Knödel und deutsche
Oper.
Keine Berliner in Meck-Pomm, die waren wohl alle am Wannsee.
Schreibe nun dramatische Fotostories und cremige Sommerrezepte.
Morgens Quak von Donald und Töröö von Benjamin Blümchen.
Seit Tagen darf ich meinen Regenschirm nicht vergessen und sehe
Frauen in kniehohen Stiefeln und Trenchcoat.
Im Penny ist mein Lieblingskassierer nicht mehr da…
Ansonsten wie immer 1000 Ideen und leckere Erdbeeren mit Joghurt.



Palastfantastisch.

Ich war gestern zum zweiten Mal in „Qi-Eine Palastfantasie“  im Friedrichstadtpalast und bin richtig traurig darüber, dass die Show am Wochenende von einer neuen abgelöst wird. Auch nach dem zweiten Mal bin ich beflügelt von dieser Welt voller Federn, Glitzer, Wasser und Saltos, von dem Können der Tänzer, Artisten und Musiker. Ich liebe die Ahs und Ohs der Erwachsenen, das Kinderkichern dazwischen, die Spannung in der Luft, wenn Auffangnetze und Trapeze aufgebaut werden. Ich liebe das Applaudieren, das Pfeifen der Zuschauer, die Laserstrahlen und Lichtkegel, die Nebelschwaden und den simulierten Sternenhimmel. Ich liebe es, mir bei einer Eiskunstläuferin vorzustellen, dass ich an ihrer Stelle wäre. Ich drehe Pirouetten im Geiste, ich schließe die Augen. Danke für diese Palastfantasie.



Was der Gastautor zu sagen hat (1)
Juni 3, 2010, 12:43 am
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Der Mann ist etwas betrunken, aber das stört nur die anderen. Er fährt die Rolltreppe herunter und ärgert sich darüber, dass er die Ringbahn nicht mehr bekommen hat. Es war nicht knapp, nicht einmal ein bisschen. Sie war einfach schon weg, aber es ärgerte ihn trotzdem. Erst ein DB-Mitarbeiter bringt ihn auf andere Gedanken. „Mach mal Feierabend!“ , rät er ihm und mit einer ausladenden Geste gibt er dem verdutzten Mann sozusagen das Okay dafür. In der Ringbahn sitz er später neben einer Frau. „Ich hab mal Musik gemacht“, sagt er, ohne gefragt worden zu sein. Er reicht ihr seinen Kopfhörer. „Das ist von den Beatles“, meint sie, ehe sie aussteigt. Der Berliner McCartney bleibt zurück und liest in der Zeitung eines anderen Reisenden mit.



A little bit more fragile…
April 14, 2010, 9:56 pm
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Wieder in Berlin. Wie kann ich heute in 2 Minuten beschreiben? Wie über Menschen, die es sich wohl zur Lebensaufgabe gemacht haben, das Leben anderer zerstören zu wollen? Wie über das Gefühl, mutterseelenallein im Botanischen Garten der Uni Mainz zu stehen und sich zu wünschen, in dem Moment einfach „zu Hause“ zu sein, sich „zu Hause“ zu fühlen. Home is where your heart is. Nicht fast 6 Stunden Zug fahren, noch dazu 6 Stunden neben Menschen, die man gerade doch so hasst. Sich einfach nur verkriechen wollen. Sometimes I feel so frail so small. A little fragile. Ich will nicht darüber nachdenken, was kommt. Ich will mich ablenken, aber es funktioniert nicht.  2 Minuten Berlin. 2 Minuten zu Hause.