2 Minuten Berlin


Vor lauter iPhones & Co.

Ich steige in die S-Bahn Richtung Hauptbahnhof ein, bin auf dem Weg zum O2-Shop. Eigentlich ist es nur eine Station, aber ich bin erschöpft (5 Stunden Scannen macht müde) und lasse mich auf einen Sitz fallen. Samsung Galaxy SII oder doch das Samsung Galaxy Nexus? Seit Tagen beschäftigt mich die Frage, welches Smartphone es sein soll. Vielleicht doch das Nexus trotz 5-Megapixel-Kamera? Oder lieber das Galaxy SII, was überall hochgelobt wird? Oder doch das iPhone? Oder ein ganz anderes??? Wie wäre es mit dem HTC? Viel zu viel Auswahl. Anscheinend beschäftigt nicht nur mich das Thema Smartphone. Zwei Plätze neben mir höre ich dumpf jemanden telefonieren: „…hat eine 8-Megapixel-Kamera. Das ist schon cool, wenn man Smartphone und Digitalkamera in einem kauft.
Ich wüsste gerne, über welches Modell er gerade spricht, vielleicht könnte er mir einen Rat geben.
Plötzlich werde ich aus meinen Gedanken gerissen, sehe aus den Augenwinkeln, wie der Telefonierer sich zu mir rüber beugt. „Schatz???“



Dussmann Teil II

Ich gebe es zu: ich bin gerade schon wieder im Dussmann. Die Zeit gestern war einfach zu kurz und auch jetzt rennt sie mir schon wieder davon. In der Grafikdesignabteilung spricht mich ein Lockenkopf an, fasziniert von der Büchervielfalt hier, während ich durch den Bücheroverflow gerade das Gefühl bekomme, von nichts eine Ahnung zu haben. Der Lockenkopf ist zwar ein netter, aber trotzdem will ich schnell wieder meine Ruhe haben. Also zur Fotografie, wo ich ungefähr 100 Photoshop-Bücher durcbhblättere. Ein Fotografiefreak nuschelt mich geheimnisvoll von der Seite an, dass es das Photoshopkompendium auch in der Zentralbibliothek gäbe. Ich tue so, als ob ich dankbar sei, dass er mir die 69,90 € erspart hat, auch wenn ich nicht vorhatte, das Paket zu kaufen. Ich gehe wieder eine Abteilung hinunter zu den Wohneinrichtungsbücher und hoffe, dort vor netten und nervigen Nerds sicher zu sein.



Mitternachtslese(t)raum.
Mai 7, 2010, 9:10 pm
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Es gibt für mich fast nicht Schöneres in Berlin, als die Stunden vor Mitternacht im Dussmann mit einem Bücherstapel zu sitzen. Ab und zu Stöckelschuhklappern, das leise Zufallen von Türen, Straßenmusikantengedudel von draußen und ein leises Brummen der Klimaanlage. Heute liegt auf meinem Stapel Alessandro Baricco „Oceano Mare“, Thierry Cohen „Ich hätte es vorgezogen zu leben“, „Neubuch. Neue junge Lyrik.“ und „Das ElternBuch – Wie unsere Kinder geborgen aufwachsen und stark werden.“ Ich muss daran denken, dass jene Eltern, die das Elternbuch kaufen, wohl bei der Erziehung ihrer Kinder schon nicht so viel falsch machen werden und sie bestimmt fast keine Sorgen haben müssten, dass diese geborgen aufwachsen. Es wird viele Eltern geben, die weder eine Buchhandlung betreten, noch überhaupt daran denken, solch ein Buch zu kaufen, wenn sie Schwierigkeiten mit ihren Kindern haben. Eine Frau stellt sich gerade neben mich in die Lyrikabteilung. Was sie sich wohl gleich herausgreifen wird?