2 Minuten Berlin


Wie man den gesprächigsten Kassierer Berlins sprachlos macht

Letzte Woche mal wieder Penny. Der Kunde vor mir kauft einen Sixpack Wasser.
Mein Lieblingskassierer:  „Oh, das ist aber ein sehr abwechslungsreicher Einkauf.“
Der wohl anabolikakonsumierende Kunde schweigt.
Ich kaufe TUC-Kekse light. Mein Lieblingskassierer:  „Hhhhm, Kekse ohne Geschmack.“ Ich schweige. Mein Lieblingskassierer wieder voll in seinem Element. Gestern im Penny. Mein Lieblingskassierer hält kurz vor Feierabend ein Schwätzchen mit seinem gerade nach Hause gehenden Kollegen, erzählt, dass er gerade vom REWE abgeworben wird. Hinter mir keine Kunden.
Er zieht meinen Dosenkaffee über den Scanner. Dreht ihn nach dem Scannen hin und her. Ich will ihm den Kaffee aus den Händen reißen.
„Also der macht einen aber auch nicht richtig wach, wenn man müde ist.“ Ich zögere einen kurzen Moment, sage dann: „Ich weiß, Sie meinen das nur nett, aber man muss ja auch nicht jeden Einkauf kommentieren.“ Mein Lieblingskassierer schaut mich mit aufgerissenen Augen an und ist zum ersten Mal derjenige, der keine Worte findet.

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Die Sache mit der Diskretion.
November 7, 2010, 12:25 am
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Ich gehe mit meinen Büchern zur Kasse. „Oh, das hab ich auch gelesen, das ist einfach Wahnsinn das Buch.“ schwärmt der Kassierer.
Ich stehe neben meinem Freund an der Spätshopkasse. Er bezahlt seinen Schokoriegel. „Und für die Dame darfs nichts sein?“ Die Kassiererin lächelt uns freundlich an.
Ich bezahle meine CD im Mediamarkt. „Die CD hab ich auch, die liebe ich.“ kommentiert die Dame an der Kasse.
Ich probiere einen Pullover an. Eine Mitarbeiterin eilt zu mir. „Die Farbe steht ihnen ja fantastisch.“
Ich mag Menschen. Und ich habe meistens nichts zu befürchten. Aber in solchen Momenten will ich am liebsten nie wieder einkaufen gehen.