2 Minuten Berlin


Wie man den gesprächigsten Kassierer Berlins sprachlos macht

Letzte Woche mal wieder Penny. Der Kunde vor mir kauft einen Sixpack Wasser.
Mein Lieblingskassierer:  „Oh, das ist aber ein sehr abwechslungsreicher Einkauf.“
Der wohl anabolikakonsumierende Kunde schweigt.
Ich kaufe TUC-Kekse light. Mein Lieblingskassierer:  „Hhhhm, Kekse ohne Geschmack.“ Ich schweige. Mein Lieblingskassierer wieder voll in seinem Element. Gestern im Penny. Mein Lieblingskassierer hält kurz vor Feierabend ein Schwätzchen mit seinem gerade nach Hause gehenden Kollegen, erzählt, dass er gerade vom REWE abgeworben wird. Hinter mir keine Kunden.
Er zieht meinen Dosenkaffee über den Scanner. Dreht ihn nach dem Scannen hin und her. Ich will ihm den Kaffee aus den Händen reißen.
„Also der macht einen aber auch nicht richtig wach, wenn man müde ist.“ Ich zögere einen kurzen Moment, sage dann: „Ich weiß, Sie meinen das nur nett, aber man muss ja auch nicht jeden Einkauf kommentieren.“ Mein Lieblingskassierer schaut mich mit aufgerissenen Augen an und ist zum ersten Mal derjenige, der keine Worte findet.

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Winds of change im Gammel-Penny
Februar 11, 2011, 9:02 pm
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Das Unglaubliche ist eingetreten. Im Penny um die Ecke herrscht seit neuestem eine unheimliche Ordnung. Ohne dass es offiziell verkündet wurde, ist kaum zu übersehen, dass die Geschäftsführung gewechselt hat. Auf dem Boden ist kein Staubkorn mehr zu sehen, die Tütensuppen sind nach Sorten sortiert, Ware wird nicht in den Stoßzeiten ausgeräumt, mein Lieblingscappuccino ist keine Rarität mehr und ein paar Regale und Kassierer sind auf mysteriöse Art und Weise verschwunden. Nur der Nervigste ist geblieben, ganz nach dem Motto Survival of the Nerds. Naja, irgendwas besonderes muss der Laden ja doch noch haben.



Kleine Details im Großstadtleben.

Berlin schneuzt sich im Wartezimmer. Die Arzthelferin erscheint, reicht einem älteren Herren sein Rezept und ruft so laut, dass jeder es trotz Schneuzen hören kann: Es ging doch um das Marcumar, oder?
Im Penny streitet der Kunde vor mir mit der Kassiererin über die Aludeckel des Orangensafts und falsche Informationen. Aludeckel, Platikdeckel, Aludeckel. Den Chef wird das nicht interessieren, Sie haben doch angefangen, Naja ist ja auch egal, die Kunden warten, schönen Tag noch.
In der Straßenbahn herrscht unheimliche Stille. Ich habe das Gefühl, alle starren mich strafend an, als mein Handy klingelt.  Ich suche nach dem „Handy verboten“-Schild. 
Im Copyshop kopiert einer Musiknoten und schaut ab und an misstrauisch von seinen Partituren hoch.
Die Etiketten musst du selbst schneiden, sagt der Mitarbeiter zu mir, der genau so aussieht, wie man sich einen Berliner vorstellt. Ich schneide die Etiketten selbst, total daneben und schief, weil der Papierhalter nicht funktioniert,
eine Original Berliner Schneidemaschine eben, könnte man bestimmt teuer im Ost-Shop in der Kastanienallee verkaufen.



Die große LIDL-Enttäuschung
März 11, 2010, 6:30 pm
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Ich habe mich wirklich darauf gefreut, bei Lidl einkaufen zu gehen. Wenn man einmal bequem geworden ist und nur noch zum Gammel-Penny um die Ecke geht, kann das schon ein wichtiges Ereignis sein. Gerüstet mit einem Einkaufskorb habe ich mich also eben auf den Weg zu dem Discounter in der Prenzlauer Allee gemacht, der meine Lieblingsgetränke anbietet. Im LIDL gibt es nicht nur eine reichhaltige Auswahl, sondern es ist im Gegenteil zum Penny vor allem nicht versifft und zugestellt . Aber mein Weltbild wurde zerstört. Ich habe die 12 Weinbergschnecken zubereitet auf Burgunder Art entdeckt.